Stolzes Alter

Meine Oma feiert heute ihren 90. Geburtstag.

Das schöne daran: sie ist (körperlich und geistig) noch fit genug, um ihren Bauernhof allein zu bewirtschaften. Ausser einer Katze hat sie aber keine Viecher mehr, die sie versorgen müsste.

Vorhin habe ich ihr telefonisch gratuliert und sie meinte, es würd ihr zur Zeit recht gut gehen 🙂

Nie hört man sie jammern oder schimpfen. Ich mag ihr fröhliches Naturell, dass sie sich trotz aller Widrigkeiten und Beschwernissen ihres Lebens behalten hat.

Rationelles Zuschneiden

.. ist gar nicht so einfach.

Ich hatte mit einem kleinen Lasercutter geliebäugelt. Von der Idee habe ich inzwischen Abstand genommen. Erstens ist das Teil mit 40 cm/min viel zu langsam bei einer relativ kleinen Schnittfläche (40x50cm). Da bin ich nur mit Stoff wechseln alle 15 Minuten beschäftigt. Zweitens verbrennen die Kanten bei Naturfasern und verschmelzen sie bei synthetischen Fasern – das kratzt auf der Haut und müssten wir alles nachschneiden. Drittens haben die Hersteller scheinbar keine Erfahrung mit Stoffen und viertens ist es mit 2000 Euro zu teuer für mal einfach so.

Das Modell hat einen Kurzwellenlaser – es gibt auch noch CO2-Laser. Die sind schneller, haben aber bezüglich der Kanten ähnliche Probleme. Ausserdem braucht es dazu dann auch eine Absaugung und Kühlung, was die Geräte dann NOCH teurer macht. Das macht mit meinen aktuellen Stückzahlen keinen Sinn.

Mein kleiner Messercutter zerrupft die Stoffe ja gern – aber mit Hilfe einer aufklebbaren Folie habe ich jetzt ein quasi unelastisches Sandwich, mit dem ich gerade die feinen Futterstoffe besser schneiden kann. Das muss also aktuell für die Probemodelle weiter herhalten.

Die dann ausgeschnittene Folie will ich dann auf die feineren Aussenstoffe kleben und dort entlang mit meinem neuen Ultraschall-Messer schneiden. Das habe ich jetzt in Japan bestellt und per PayPal bezahlt. Mit Lieferkosten, Zoll und MwSt. überschreitet das auch die 500 CHF-Grenze. Allerdings meinte Sylvia (meine Doktormutter), dass sie damit gute Erfahrungen gemacht hätten – gerade auch für elastische Stoffe.

Mal schauen, wie das funktioniert – ich bin sehr gespannt, ob ich damit auch mehrlagig schneiden kann und wie exakt das arbeitet. Beim Rollschneider (den verwenden wir ansonsten für manuelles Zuschneiden) braucht man doch viel Kraft und kann nur bedingt mehrlagig schneiden.

Später (in ca. 2 Jahren) hätte ich schon gern ein CNC-Maschinchen – welcher Kopf (Messer, Ultraschall, Laser) kann ich dann auf Basis der jetzigen Erfahrungen entscheiden. Dazu müssen aber nach den Probemodellen erst mal die Stückzahlen hoch gehen.

Was für eine Drecks-Hitze

Hier steht die Luft. Es ist einfach nur grauslig.

25° in der Nacht, 35° am Tag.

Mir ist alles über 25° definitiv zu warm. Vielleicht sollte ich doch mal ernsthaft über eine Auswanderung nach Norwegen nachdenken …

 

Hurra – es regnet!

Fenster auf – Luft rein.

Aufatmen.

Uff.

Letztes Wochenende

.. war ja die offizielle Doktorfeier in Dresden und ich war dann doch heilfroh, daran nicht teilzunehmen.

Ich war zwar selber nicht an der Messe, aber Freitag Abend trotzdem wie erschlagen. Die Hitze macht mir zu schaffen – das ist einfach so gar nicht mein Wetter.

Nachdem es mir Sonntag gar nicht gut ging und ich kräftige Bauchschmerzen hatte, war ich doppelt froh.

Viel geschafft hab ich also trotz der Absage nicht. Ich nur etwas programmiert, einen Bikini genäht, Johannisbeeren geerntet und einen Aprikosen-Johannisbeer-Kuchen gebacken.

johannisbeerkuchen

Als kleinen Trost für mich selber hab ich mir noch technisches Spielzeug bestellt – ein Gerät, das mit Ultraschall schneidet. Ich bin gespannt, ob und wie das mit meinem Stoff zurecht kommt …

Der Bikini wurde heute schon abgeholt und bezahlt – er passt sehr gut 🙂

Unsere Gartenlounge

… wollte ich euch ja noch zeigen:

Lounge

Die ist echt saugemütlich. Haben wir gut ausgesucht 🙂

Farbenrausch in türkis-magenta

Endlich komme ich dazu, den Nachbericht zum Färbekurs zu schreiben und v.a. euch Bilder zu zeigen.

Der 1. Tag war wie erwartet für mich der interessanteste. An dem ging es vorrangig um den Färbeprozess an sich, die Ermittlung von Mischverhältnissen und das Erstellen von Rezepten.

Als erstes wurde ein Farbton aufgehellt. Ich wählte meine Lieblingsfarbe türkis:

WP_20170609_002

So sieht dann das fertige Ergebnis auf feinem Baumwoll-Hemdenstoff aus:WP_20170610_020

Weiter ging es mit dem Farbübergan zwischen 2 Farbtönen. Ich habe türkis und magenta gewählt. Stoff ist hier Baumwolljersey:WP_20170610_022

Interessanterweise sieht man schon an den Fingerabdrücken auf Papier relativ gut, wie die Farbe nachher wirken wird:WP_20170609_003

Die Farben sind sehr gut aus den 3 Grundfarben gelb, rot und blau mischbar. Es gibt die Farben jeweils als warme als auch kalte Farben. Spannend sind wohl auch gerade Mischungen zwischen kalten und warmen Farben. Die Stoffe haben wir als Muster bekommen: WP_20170609_008

Ich möchte mir bei Gelegenheit mehrere Farbkreise mit Abhellungen und Abdunklungen mit meinem Stoff machen. Dazu muss ich mich aber erst für einen Standardstoff entscheiden. Der schöne Modalstoff mit Seidenbeimischung pillt leider ziemlich.

Am 2. Tag ging es dann „kreativ“ weiter. Das war erwarteterweise nicht so meins – ich bin nicht so der Batik-Hippie-Typ. Ich zeige euch 2 der Stoffe. Aus dem hier werde ich Unterhösli machen:WP_20170610_023

Der hat Corinne so gut gefallen, dass ich ihn ihr geschenkt habe. Ist ein Rippjersey.WP_20170611_006

Am 3. Tag wurde gedruckt (Siebdruck). Das fand ich recht spannend. Es kommt sowohl auf RippjerseyWP_20170611_002als auch feinem glatten Jersey gut heraus:WP_20170611_005

Ich könnte mir das als „Spitzenersatz“, der nicht zeichnet sehr gut vorstellen. Beim Kurs habe ich sehr viel gelernt und werde wohl einiges davon verwenden können.

Überraschend

… hat mich vor einigen Tagen die Orthopädie-Frau angerufen, die letztes Jahr knapp 50 Modelle von mir gekauft hatte.

Die ganze Zeit über hatte ich nichts von ihr gehört. Sie meinte zu meiner Überraschung, dass sie gerne vorbeikommen und sich neue Farben für die Herbstkollektion würde.

Heute war sie da und hat sich 3 Farbkombinationen für etliche Bustiers und Hemdli ausgesucht und auch gleich bestellt.

Glücklicherweise hat sie sich in mein gefärbtes anthrazit (sollte schwarz werden) verliebt und das gleich genommen.

Wieder daheim

… und schon die neue Lounge eingeweiht :). Die ist echt toll 🙂

Die gefärbten Stoffe drehen schon ihre Runde in der Waschmaschine – muss man einmal kalt und 2x heiss waschen.

Grill ist schon angeheizt und Kartoffeln werden auch schon gegart.

Es ist zu heiss…

Ganz gut

.. gefällt mir der Färbekurs. Ich hab schon einiges gefärbt und auch ein paar Bilder gemacht, werde die aber erst daheim hochladen – die Internetverbindung ist im Hotel grottenschlecht und ich lade eh im Hintergrund die korrigierte Software auf unseren Server (*schnarch*), damit Till morgen testen kann.

Der 1. Tag war wie erwartet der für mich interessanteste Tag. Mein Jerseystoff nimmt die Farbe sehr schön an – aber er pillt ziemlich. Ich werde den Versuch mal mit einer Waschmaschinenfärbung wiederholen. Evtl. muss ich aber auch einen anderen Stoff organisieren, der reibfester ist. Prinzipiell funktioniert das aber so, wie ich mir das vorgestellt habe.

Heute haben wir mehr so Hippie-Verlaufsfärbungen gemacht – das ist jetzt nicht so meins. Morgen machen wir Siebdruck – ich mach aber nur 2 Stoffe und pack dann meine sieben Sachen & sauss los.

Die anderen Kursteilnehmerinnen sind (bis auf eine Obergschaftige) ganz nett. Heute Abend war ich mit der lustigen Tirolerin noch was essen und bin grad erst (um halb 2) heimgekommen. Wir haben gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergangen ist. War total kurzweilig.

Daheim ist inzwischen Sonnenschirm und Lounge angekommen – sieht auf den Bildern sehr gemütlich aus. Till hat schon ein Nickerchen gemacht und es für gut befunden. Bin ich schon gespannt drauf, wie das dann in echt ausschaut.