Nachtrag zum Austrittsgespräch

Gleich Montag Morgen hatte Till ja die undankbare Aufgabe, unserem neuen Kollegen zu kündigen. Er hat ihn grad abgefangen und ist ins Sitzungszimmer mit ihm.

Keine 20 Minuten später hat er noch die letzten Sachen aus dem Schreibtischkorpus genommen, hat sich entschuldigt bei mir („Tut mir leid, dass das nicht so gut geklappt hat“) und war weg.

Er hatte wohl 1 Woche vorher schon angefangen, wieder Bewerbungen zu schreiben. Naja – wenn er seine Energie lieber in die Flucht statt in die Arbeit steckt, haben wir wohl alles richtig gemacht.

Wir hatten noch kurz überlegt, ob wir ihm noch eine letzte Woche zum Rumreissen des Ruders zugestehen. Gut, dass wir das nicht gemacht haben.

Kapitel geschlossen.

Dieses Jahr suchen wir nicht mehr. Nächstes Jahr nehmen wir dann wohl einen neuen Anlauf.

Ledig sein ist auch nicht nur vorteilhaft

Till muss vor Ort antanzen und glaubhaft versichern, dass er ledig ist. In Deutschland gibt es dafür nämlich keine Bestätigung …

Ich könnt mich kringeln vor Lachen, weil er mich gestern noch ausgelacht hat 😉

Meine Eheurkunde wird mir mit Überweisungsschein zugeschickt – ist schon unterwegs. Hab heute eine nette Mail dazu bekommen.

Jetzt muss ich nur noch diese verdammte Scheidungsurkunde finden. Ich wollte ja eh im Büro etwas aufräumen … da taucht sie hoffentlich auf.

Heiratet bloss nie!

… und lasst euch v.a. nie scheiden!

Für meine Einbürgerung brauche ich eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister vom Zivilstandsamt des deutschen Geburtsortes, eine Eheurkunde vom Standesamt des Eheschliessungsortes und das Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk vom zuständigen Gericht im Original (!)

Ist ja erst 21 Jahre her … (also die Scheidung)

Die Eheurkunde wollte ich online beantragen, kann ich aber nicht zahlen, weil weder BIC noch IBAN akzeptiert werden (*grr*)

Das Scheidungsurteil muss ich erst suchen. Noch habe ich keine Idee, wo das sein könnte und einfach nachbestellen kann man das wohl nicht so einfach.

Immerhin die Abschrift aus dem Geburtenregister konnte ich problemlos beantragen und bezahlen. Was mit „Hinweisteil und allfälligen Folgebeurkundungen“ gemeint ist, weiss ich allerdings nicht – aufgewachsen bin ich in einem anderen Ort, Heirat war auch woanders und Scheidung auch.

Ihr seht, der Amtsschimmel wiehert nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz.

Das war dann nix

Vor 7 Wochen hat ja unser neuer Entwickler bzw. der, der einer werden sollte, angefangen. Aber das ist aussichtslos – wir beenden das Experiment am Montag Morgen.

Puh – jemanden mit so wenig Sozialkompetenzen habe ich selten kennengelernt.

Zuhören und selber denken ist auch nicht sein Steckenpferd.

Dann lieber ein Ende mit Schrecken – er hat seine grosse Chance nicht genutzt. Wir müssen uns keine Vorwürfe machen, haben viel Zeit und Energie in die Einarbeitung gesteckt, aber so funktioniert das halt nicht.

Aus die Maus.

Ungeplant

Eigentlich wollte dieses Wochenende eine alte Badminton-Kollegin von Till zu Besuch kommen. Deshalb hatten wir es frei gehalten. Sie ist aber aus familiären Gründen früher aus der Schweiz abgereist und daher nicht bei uns vorbei.

Weil gutes Wetter angesagt war, haben wir kurzerhand beschlossen, die Restarbeiten zur Strassenseite hin zu erledigen: das Unterdach und die Umrandungen vom Fenster oben und der Balkontür. Morgens grundieren, abends 2. Anstrich. Auf der Hausseite hatten wir die meisten Etappen.

Dazwischen Rasen mähen, Rosen hochbinden, Hecke von der blöden Winde befreien, wilden Wein neu hochknüpfen.

Um halb 8 waren wir dann doch auch schon fertig und haben uns zum 1. Mal seit den Renovationsarbeiten auf die Lounge gehockt und den neuen Anblick genossen.

Abends noch grilliert: Schweinsfilet im Senf-Rohschinken-Mantel, Bohnen mit Speck und Gurkensalat mit Tomaten. Gemüse aus dem Garten ist toll 🙃

Und eben hab ich noch 800m Wolle aufgewickelt. Jetzt tut mir der linke Daumen weh. Deswegen tu ich heute nix mehr…

Sehr schön

… ist die Lage, in die es Paula (Tills Schwester) verschlagen hat. Es ist nur ca. 15km vom bisherigen Wohnort weg, aber halt richtig Dorf mit nur ca. 1000 Einwohnern, ohne Läden, aber dafür viel Grün und Land drum herum.

Ihr neues altes Haus ist so ein richtig traditionelles mit Klinker, Fachwerk und Reetdach mit viel Rasen und Hecke drumherum. Für uns ist so freie Fläche ja richtig ungewohnt – noch dazu ebene. Wir haben ziemlich viel Gefälle im Garten. Das Haus ist von aussen total schön und passt richtig gut zu ihr. Von innen wäre es mir persönlich etwas zu dunkel, die Decken zu niedrig und die Küche zu klein. Aber für sie ist es genau richtig so und das ist ja das Wichtigste.

Wir haben ihr beim Aufbauen und Montieren von ein paar Sachen geholfen, ein paar technische Geräte eingerichtet und beim Bilder aufhängen unterstützt. Jetzt ist es schon recht wohnlich. Die Fahrt war etwas mühsam. Fast 9 Stunden sind einfach lang für 1 Strecke. Aber es war total schön, sie und ihre beiden erwachsenen Töchter und auch weitere Bekannte endlich mal wieder zu sehen. Unsere Geschenke (v.a. auch die beiden Schürzen) sind extrem gut angekommen und haben grosse Freude bereitet.

Weil ich meinen neuen Mitarbeiter einarbeiten muss, ist es aktuell etwas stressig. Was liegen bleibt, arbeite ich meist abends nach. Zusätzlich muss ich aber neben Unterbrechungen zwischen verschiedenen Technologien und Projekten hin und her springen. Aber wir sind ja froh, dass wir überhaupt jemanden gefunden haben und eine gute Einarbeitung ist einfach schon sehr wichtig.

Das Gerüst ist inzwischen weg und das Haus ist richtig schön jetzt. Wir freuen uns jeden Tag daran – zumindest an der fertigen Eingangsseite.

Unterwegs habe ich auch etwas stricken können. Nachdem die Wolle aber recht fein ist, bin ich nach nun ca. 13 Stunden Strickzeit erst bei ungefähr 10cm.

In echt ist die Wolle etwas intensiver, ein richtig schönes Petrol.

Ansonsten gibt es von hier nicht viel zu berichten. Es ist normaler Arbeitsalltag ohne Ferien bis Ende Jahr zu erwarten. Ich hoffe, ich kann etwas Zeit für meine Strickmaschine frei schaufeln. Erst mal ist aber der Garten dran.

Negativ

… waren unsere beiden Covidtests heute.

Damit hatten wir das „Vergnügen“ jetzt auch mal und steht dem Kurztrip nach Norddeutschland (Nähe Bremen) nix mehr im Weg.

Till ist eben ins Bett, ich näh noch Geschenke fertig und weck ihn um 2 mit einem Kafi auf. Schlaf spar ich mir 😎

Deutschland – einig Angstnation

Bei den niedrigsten Inzidenzen in ganz Europa geht es weiter mit dem Holzhammer voran. Unglaublich.

Wenn die Tests dann kosten und sich keiner mehr testen lässt, gehen die Zahlen ja runter -> Pandemie vorbei.

Auf dem Land gibt es übrigens viele Leute, die noch nie einen Test gemacht haben und weder ins Restaurant noch auf Veranstaltungen gehen, kein ÖV fahren und sowieso wenig Kontakte haben. Genau deswegen sehen viele auch keine Notwendigkeit für eine Impfung.

BTW: Je mehr Druck ausgeübt wird, umso weniger werden sich die „Impfunwilligen“ bewegen.

Wir haben hier in der Schweiz übrigens die niedrigste Impfquote in Westeuropa. Mal schauen, ob wenigstens unser Bundesrat zu seinem Versprechen „Wenn alle die wollten, ihre Impfung haben, fallen alle Massnahmen“ oder ob dann passenderweise wieder eine neue Variante ums Eck geflitzt kommt.

Eben noch Bad geputzt

… und jetzt geht dann so langsam ein eher faules Wochenende in die Schlusskurve mit Essen vom Grill (Schweinsfilet im Senf-Rohschinken-Mantel mit Minikartoffeln) und etwas stricken.

Heute hab ich nur ca. 4 Stunden Unterlagen für meinen neuen Mitarbeiter vorbereitet und 360 M für mein neues Shirt angeschlagen, Brombeeren gezupft, Stoff für eine Geschenksschürze raus gesucht. Spazieren waren wir auch.

Gestern haben wir unser Gerätehäusli aufgebaut (angegeben waren 2 Stunden, gebraucht haben wir 5, aber supertolle Qualität) und die ganzen Farbeimer, Werkzeug und Müll versorgt, geräumt und sauber gemacht.

Vorgestern sind schon unsere Fensterläden montiert worden und wir sind sehr begeistert und freuen uns auf den Anblick ohne Gerüst.

Die Woche wird stressig, weil uns 1 Arbeitstag fehlt. Wir fahren Freitag ganz früh gen Bremen bis Montag.

Resümee Streichaktion

Vor 2.5 Wochen wurde das Gerüst im strömenden Regen aufgestellt und beim Hochschauen auf die 5 Ebenen wurde es mir zugegebenermassen schon etwas anders und ich habe mich gefragt, ob die Idee „Fassade in den Ferien selber streichen“ so eine gute war. Ich bin nämlich nicht ganz schwindelfrei und habe „Angst“ auf Treppen. Ausserdem hatte ich ja nur 2 Wochen zur Verfügung und war auf gutes Wetter angewiesen.

Das Wetter meinte es wirklich gut mit mir – in der 1. Woche hat es gar nicht geregnet. In der 2. immer nur kurz und so, dass ich ausweichen konnte auf „Innenarbeiten“.

Verbraucht habe ich an 11 Tagen in insgesamt ca. 120 Stunden:

  • ca. 85 kg Fassadenfarbe
  • ca. 7 kg Lackfarbe
  • ca. 1 kg Betonfarbe
  • ca. 500 m Kreppband
  • ca. 100 qm Folie
  • 1 Latzhose
  • 1 T-Shirt
  • 1 Paar Socken
  • 1 Paar Turnschuhe

Ich habe alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte und bin doch etwas stolz darauf. Für mich war das auch insofern eine gute „Therapie“, weil das Haus jetzt auch etwas „mein“ Haus ist. Ich hatte besonders am Anfang sehr gefremdelt damit, weil die Ex noch so präsent war für mich.

Hier jetzt also die direkten Vorher-Nachher-Vergleiche:

Mit dem Gerüst davor sieht man gerade auf der Rückseite nicht soooooo gut, wie viel schöner das jetzt alles ausschaut.

Als nächstes kommen die Fensterläden dran – so sollen alle werden:

Danach kommt das Gerüst weg und der Maurer muss ein paar Stellen sanieren und neu verputzen:

Und dann muss ich nur noch ein trockenes Wochenende finden, um den Sockel und die Umrandung der Balkontüre zu streichen. Das wird dann vermutlich September / Oktober. Ihr werdet jetzt also eine Zeitlang verschont von meinen Renovationsorgien.

Morgen geht es wieder ins Büro und lustigerweise erzählt mir jeder, ich würde total entspannt aussehen und meine Sommerbräune würd mir gut stehen 😉