Archiv für den Monat September 2019

Feierabend

So. Meine Software tut jetzt serverseitig so einigermassen, was sie soll. Clientseitig muss ich an der Performance noch was verbessern. Prinzipiell geht’s aber schon mal in die richtige Richtung.

Dann koch ich doch mal … heute gibt’s indisches Curry mit Kokosmilch, Süsskartoffeln und Gemüse aus dem Garten. Dazu Basmati-Reis.

Danach werde ich nur noch etwas stricken. Programmieren steht dann morgen wieder auf dem Plan. Habt ein schönes Wochenende!

Luft nach oben

So ganz habe ich meinen Rhythmus noch nicht gefunden. Meine Tage sind derzeit aber auch etwas zerfranst mit Mini-Ausstellungen, Besuchen, Zahnreinigung, Skype-Gesprächen, Kundenterminen, usw. Wirklich besser wird es damit erst ab Ende Oktober, wenn dann auch Kontrolluntersuchungen, Passverlängerung, Zahnarzt, Familientreffen und so durch sind.

Ich bin etwas unzufrieden mit mir, weil ich nicht so effizient bin, wie ich das gerne wär. Und weil ich meine eigenen Pläne nicht so ernst nehme, wie ich es sollte. Ich lass mich momentan gern ablenken – das ist nicht gut.

ABER: ich habe ein relativ konkretes mittelfristiges Ziel, auf das ich hinarbeiten will. Mein Polarstern. Zeithorizont: rund 5 Jahre. Das Projekt läuft auch schon – allerdings bisher leider eher auf Sparflamme. Das werde ich jetzt aber höher hängen (Polarstern eben) und mich stärker darauf ausrichten (Polarstern – ganz genau).

Bis Sonntag gebe ich der Software Vorrang – dann wird nächste Woche verpflichtend geplant und startet Operation „Polarstjerna Mi“.

Polarstjerna

Schlachtplan

Ihr wolltet es so – also beschwert euch bitte nicht, wenn ich euch an meinen Plänen teilhaben lasse.

Neben meinen beiden Jobs (Software / Nähatelier) habe ich 5 Bereiche, die mir wichtig sind / in denen ich weiterkommen will:

  1. Norwegisch lernen
  2. Strickmaschine
  3. Schnittmuster-Projekt
  4. Webshop
  5. Nähen / Garten / Hobbies

1. und 4. sollten eher gleichmässig / täglich oder jeden 2. Tag laufen. 2. und 3. eher als etwas grösserer Block von mehreren Stunden. 5. kann ich flexibel handhaben.

Montags und Mittwochs esse ich normalerweise nichts, habe abends also komplett frei, weil ich auch nicht koche an den 2 Tagen. An die Abende kommt ein Block „Strickmaschine“ und ein Block „Schnittmuster“. An die anderen 3 Abende kommt „Webshop“. Freitags schenke ich mir das je nach Stimmung vielleicht auch. Jeden Abend wird allerdings norwegisch gelesen / gehört / gelernt.

Am Wochenende wird natürlich auch norwegisch gelernt, 1x Webshop gepflegt und mindestens 2 Stunden dem Punkt 5 gewidmet. Ob dann neben Haushalt und sonstigen Pflichtaufgaben noch Zeit für einen Block 2 oder 3 ist, werde ich nur spontan je nach Auftragslage im Geschäft entscheiden können. Sollte ich unter der Woche aber einen Block ausfallen lassen, muss er am Wochenende nachgeholt werden.

Jo – ich glaub, das kommt gut. Das werde ich mal so in meinen himmelblauen Produktivitätsplaner eintragen. Ich reserviere also Zeitblöcke statt konkrete Aufgaben zu planen. Was ich zu tun habe, weiss ich eh meist recht gut. Ich wär nur gern effizienter und zielstrebiger.

Tiptop!

(Amüsanterweise hat meine Norwegisch-Lehrerin zum Schluss auch immer tiptop gesagt. Sie fand das so fröhlich und treffend.)

Mein Norwegischkurs

Der Anlass für meine Reise nach Hamburg war mein Norwegischkurs. Zwei Mal 3 Stunden Einzelunterricht sollten es sein und ich war davor schon etwas nervös, weil ich in den Wochen vorher kaum zum Lernen gekommen war und das Gefühl hatte, gar nichts zu können.

Weil ich Distanzen in Städten schwierig abschätzen kann (und schon schweizerisch infiziert bin), war ich viel zu früh dran. Eine geschlagene halbe Stunde. Sie meinte, sie wäre gerade erst zur Tür rein und noch nicht so weit. Ich hab ihr dann angeboten, dass ich auch noch spazieren gehen kann bei dem schönen Wetter – sie meinte dann, ich könnte mich doch auch raus auf die Terrasse setzen.

Wir sind dann sofort über den Garten ins Gespräch gekommen und sie meinte, wir könnten auch zusammen Unkraut jäten, sie redet norwegisch und erklärt mir ein paar Sachen und würde die halbe Stunde auch nicht verrechnen. Gesagt, getan – nach einer halben Stunde stand ihre Haustür noch immer offen, weil sie das vor lauter Begeisterung ganz vergessen hatte. Wir waren ca. 1.5 Stunden im Garten beschäftigt und ich weiss jetzt viel über Pflanzen / Beeren / Schnecken (!!) auf norwegisch.

Danach gab es Kafi und Kuchen, etwas Grammatik, Ausspracheregeln, Zahlen, Lesen. Sie hat mir noch ganz viele Zeitschriften auf norwegisch geschenkt – weil die super zum Üben sind. Kochrezepte sind da auch drin und Strickanleitungen :). Ich konnte auch einige Sachen sogar schon auf norwegisch erzählen / erklären. Sie fand es total lustig, dass ich immer erst überlegt habe und dann den Satz mit möglichst richtiger Grammatik raus geschwitzt habe. Die meisten plappern wohl drauf los – aber das hatte ich ihr vorher schon gesagt, dass ich das nicht kann.

Am nächsten Tag haben wir früher als geplant angefangen, weil ich a) früher gehen wollte, um sicher den Zug zu erreichen und wir b) noch Kräuter im Baumarkt kaufen wollten. Auch dort hat sie mir alles mögliche auf norwegisch erzählt / erklärt und sogar der Kassiererin noch 3 norwegische Wörter beigebracht. Wieder retour bei ihr, haben wir Kräuter gepflanzt, vorne noch gejätet, Kafi getrunken und hauptsächlich Zeitformen geübt. Die Zeit war so schnell um – sie hat mich noch zum Bus gebracht, mich fest gedrückt und zum Busfahrer gesagt „passen sie gut auf sie auf!“

Wir haben einen sehr guten Draht zueinander – das passiert mir nicht so oft. Hier scheint mir die Wahl der Lehrerin ein echter Glücksgriff zu sein. Ich werde mir zum Geburtstag von allen Skype-Stunden bei ihr wünschen – dann kann ich weiter üben und dran bleiben.

Eine Sprachreise werde ich mit ihr (und anderen) sicher machen – ist nur noch die Frage, wann und wohin. Aber das muss ich jetzt noch nicht entscheiden.

Fokussierung

Auf der langen Zugfahrt heimwärts habe ich nicht nur etwas norwegisch gelernt, gestrickt und zum Fenster raus geschaut. Ich habe auch überlegt, gehirnt und nachgedacht. In mich rein geschaut.

Und ich habe festgestellt, dass einerseits mein Mitteilungsbedürfnis nicht mehr so gross ist wie früher, andererseits aber ganz viele Gedanken durch meinen Kopf gehen, die ich bündeln will. Ich bin in vielen Dingen nachdenklicher geworden.

Ausserdem möchte ich lernen. Unbedingt lernen. Norwegisch, und zwar richtig gut. Und das Beherrschen der Strickmaschinen. Auch das richtig gut. Beides wird viel Zeit in Anspruch nehmen, aber ich bin ja ein geduldiger Mensch. Und ich kann gut mit Rückschlägen umgehen. Die werden nicht ausbleiben.

Tagebuch werde ich jetzt doch wieder täglich schreiben. Allerdings von Hand und auf norwegisch. Das kostet mich viel Konzentration, weil ich alles richtig machen will. Aber so lerne ich am besten. Alles, was ich von Hand schreibe, kann ich mir besser einprägen und merken.

Meine Onlinezeiten werde ich noch weiter runterschrauben. Das Gedaddel bringt mich nicht weiter.

Sånn – jeg skriver på læreren min akkurat nå og begynner å handskrive i dagboken min.

Ha det!

Feinste Merinowolle

… habe ich aus der Wollfabrik in Hamburg mitgebracht. Das hab ich gestern ja schon geschrieben. Hier habe ich noch die Bilder dazu:

Das Garn ist jeweils einfädig, ich werde es vermutlich mindestens 3-fädig verarbeiten und kann dann auch feinste Abstufungen und Verläufe selber machen. Zum Teil werde ich auch nur einen Teil der Farben kombinieren oder uni arbeiten.

Das sind 3 Kilo und sollte für jede Menge Jacken, Pullover, Schals, Mützen, Stirnbänder, Tücher, Handschuhe, usw. reichen. Ich hab hier auch noch Merinowolle in Rottönen, die ich auch kombinieren kann.

Der Vollständigkeit halber auch noch die unspektakuläre Kone mit dem weissen Baumwollgarn:20190912_191806

Damit will ich was für meine BHs ausprobieren. Und wenn das nicht klappt, wird ein Sommerjäckli draus.

Einmal Hamburg und retour

Letzten Samstag habe ich mich auf den Weg nach Hamburg gemacht. Till hat mich morgens zum Bahnhof gebracht und nach knapp 7 Stunden war ich pünktlich (!!) in HH, wo mich Frau Verbalkanone netterweise abgeholt hat.

Nach einem schönen Abend stand am Sonntag Flohmarkt (aufgrund ausfallender U-Bahnen wurde gleich etwas Sightseeing draus), Kuchen backen, Verwandtenbesuch*, kochen und norwegisch lernen auf dem Programm.

*Ich war nachmittags bei Tills Nichte in ihrer neuen Wohnung und habe endlich ihren Freund und das neueste Familienmitglied (ein noch ganz junger Hund) kennengelernt. Das letzte Mal hatte ich sie vor 5 Jahren gesehen – wie die Zeit doch vergeht.

Montag Morgen ging’s ins Industriegebiet – zur Wollfabrik Hamburg. Die haben ganz viel Garn einfädig auf Spulen, das man sich zu Wunschkombinationen zusammenspulen lassen kann. Weil ich selber Farbübergänge machen will und sowieso an der Strickmaschine auch mehrere Fäden durch eine Öse laufen lassen kann, hab ich nur einfädiges Garn gekauft. 3 Kilo reines Merino in 7 Farben (violett 2x, lila, blau 2x, schwarz, ecru) und 1 Kone Baumwolle in weiss. Damit kann ich jetzt gut experimentieren – ich bin schon echt gespannt, wie das rauskommt.

Anschliessend mussten wir erst mal herausfinden, wie man von dort wieder in die Zivilisation kommt und haben schliesslich einen Bus in die City gefunden, um uns erstmal mit Waffeln und Kafi zu stärken. Danach nahm Frau Verbalkanone meine Eroberungen mit (nur vorübergehend natürlich, damit ich sie nicht schleppen muss – danke nochmals!) und setzte mich in die U-Bahn Richtung Norwegisch-Kurs.

Ich war soo gespannt und auch etwas aufgeregt, weil ich ja nicht so viel zum Lernen gekommen war in den letzten Wochen. Der Kurs war unglaublich toll und die Lehrerin ist Spitze. Ich schreibe darüber einen separaten Eintrag. Abends bin ich wieder in die Stadt, um mich mit meinem alten Deutschlehrer zu treffen. Er ist Prof. in Kiel und extra meinetwegen nach 30 Jahren nach Hamburg gekommen. Ist das nicht toll? Der Abend war sehr unterhaltsam und *schwupp* vorbei.

Nach einer kurzen Nacht, Kafi, duschen und packen, ging es leider schon ans Abschiednehmen. Gleichzeitig freute ich mich aber auch auf den 2. Teil des Norwegisch-Kurses gleich am Morgen. Der war auch wieder unglaublich schnell vorbei und *zack* schon ging es per Bus und U-Bahn zum Bahnhof und heim in die Schweiz. Der Zug hatte eine gute halbe Stunde Verspätung, so dass ich Dienstag Abend erst um halb 10 Till in die Arme gefallen bin.

Ausser Katze kraulen, Bierchen trinken, Kleinigkeit essen und etwas erzählen habe ich am Abend auch nichts mehr gemacht.

Strickmaschinen-Fieber

Wie manche hier ja schon festgestellt haben, hab ich mir den Strickmaschinen-Virus eingefangen.

Letztes Wochenende habe ich meine neue Errungenschaft (eine Passap E6000, mit Motor und Farbwechsler) aufgebaut. Die Konsole war wohl noch nie in Betrieb.

Dieses Wochenende habe ich mir reserviert, um sie besser kennenzulernen (lt. Recherchen im Netz soll sie recht schwierig zu erlernen sein). Nach ein paar Anlaufschwierigkeit und Informationssuche im Netz hab ich es dann kapiert und zum Laufen bekommen.

Das sind meine ersten Ergebnisse:

Es sind jeweils 60 Maschen, Das Garn in hellblau / marine ist viel feiner als das in weiss und schwarz. An den Rändern sieht man schön, wie viel Einfluss das Muster auf die fertige Breite hat. Die Maschenweite hatte ich nicht verstellt. Patent strickt sie sensationell schön – kein Unterschied zu Handstrick.

Ich muss noch viel üben – aber ich bin schon ganz glücklich, dass ich sie überhaupt so weit schon zum Laufen bekommen hab. Sie kann auch ganz tolle Strukturmuster – die hab ich aber noch nicht geschafft.