Archiv für den Monat September 2018

Kein Hintertürchen mehr

So. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Der Kollektions-Vorstellungstermin steht. Die ersten Inserate sind geschaltet. Die Zeitung kommt und macht einen Artikel, der ca. 1 Woche davor erscheint.

Es wird (weisse, schlichte) Probemodelle zur Ermittlung der optimalen Passform in 70 Grössen geben. Die ersten 30 Unterbrustbänder haben wir Montag und Dienstag zugeschnitten und komplett mit Futter, Gummiband, Etiketten und Co. genäht. Aktuell gestalte ich den Flyer, damit der spätestens Montag in Druck gehen kann.

Am Wochenende erstelle ich die Schnittmuster für die Cups elektronisch. Montag und Dienstag werden die genäht. Parallel dazu die bunten Kollektionsmodelle.

Spannende Zeiten 🙂

Feierabend!

.. ist jetzt (00:10).

Gegen Samstag, Sonntag und Montag ist das richtig zeitig – da war es je 4:00 Uhr morgens und ich hab in den 3 Nächten zusammen grad mal 10 Stunden Schlaf bekommen. Dafür ist die BH-Massenproduktion auch erfolgreich gestartet. Unser Event habe ich um 3 Wochen nach hinten verschoben. Das war insofern ein guter Schachzug, da wir überraschend einen Gratisbericht in der Zeitung hier bekommen und die Sonderbeilage genau 1 Woche vor dem neuen Termin liegt. Das wusste ich zum Zeitpunkt der Verschiebung aber noch nicht.

Gestern hab ich nachgeschlafen (7 Stunden am Stück!). Und jetzt gleich ja auch.

Heute hab ich programmiert und mich mit Till in die Wolle bekommen. Er hat die Spezifikationen immer noch nicht fertig und ist genervt bei jeder meiner Nachfragen. Und ich bin genervt, dass er a) nicht in die Pötte kommt und b) genervt ist. Ich hab schliesslich auch meine Terminvorgaben (von ihm!!) und er schiebt das bereits seit April vor sich her. Er macht das halt nicht gern – aber mein Angebot, dass ich den technischen Teil übernehme, lehnt er ja auch permanent ab. „Mach es halt irgendwie“ hilft mir gar nix – das versteht der Rechner nämlich nicht. Ich bin halt nun mal ein Fan von „erst denken, dann coden“ und änder nicht gern 1000x am Code rum, nur weil er sich nix vorstellen kann und es immer erst „sehen“ muss.

Ha-Ha-Ha-Es-Vau

0:5 abgewatscht.

Nicht, dass ich das Maul aufreissen müsst – wir haben letzte Woche erst 0:6 eingeschenkt bekommen und Freitag 0:1 verloren und unseren Trainer geschasst – aber es tut doch gut, dass andere sich auch blamieren 😉

Die Ferien..

.. sind seit Sonntag leider vorbei.

Nach wie vor berührt Norwegen – jeder Stein, jedes Fjord, jeder Baum – meine Seele. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist. Noch nie habe ich zu einem Land eine derartige Verbundenheit verspürt. Das ist sehr eigentümlich.

Aber von vorne:
Vor gut 2 Wochen sind wir Freitag morgen um 4 losgefahren gen Bremen – ich hatte gar nicht geschlafen und war noch heftig in Zeitnot, weil mein Laptop erst allerlei Updates machen musste und ich meine ganzen Entwicklungsumgebungen erst mal auf Vordermann bringen musste. Auf dem Weg hatten wir noch einen Umweg zu Lloyds (Schuhfabrikant) eingelegt und jeweils 2 Paar Schuhe und 1 Gürtel ergattert. Danach sind wir bei Tills Schwester Paula eingetrudelt. Er hat erst mal geschlafen – ich mich mit Paula unterhalten und gestrickt. Abends sind wir eine Pizza essen gegangen und haben dann noch Abby (Paulas Tochter) geholfen, Sachen reinzutragen. Sie hat sich überraschend von ihrem Freund getrennt, ist mit Sack und Pack wieder zu Mami und dann doch mit uns nach Dänemark gefahren.

Am nächsten Tag ging es mit 2 Autos, Paula, Abby, ihrem Hunderl, Till und mir nach Norddänemark. Die Fahrt ging bestens und wir haben eine recht gemächliche Woche mit langen Spaziergängen am Strand verbracht. Im Gegensatz zu Till hatte ich fleissig gearbeitet (programmiert) und war gut vorangekommen. Er hat es von Tag zu Tag verschoben und eigentlich nix gemacht. Die Küche war mein Revier – aber dankbarerweise musste ich nur 1x am Tag warm kochen. Ansonsten wurde mittags etwas aufgewärmt oder Brot gegessen.

Etwas nervig sind für mich immer die verschobenen Tages-/Nachtzeiten. Die stehen alle total früh auf (vor 7!!) – dann geht es erst mit dem Hunderl an den Strand, dann zum Bäcker, in der Zwischenzeit kocht Till Kaffi und deckt den Tisch. Ich muss nur aufstehen (ca. halb 8) – das reicht! Dafür gehen alle gegen halb 10, spätestens 10 schon ins Bett. Da kann ich noch nicht schlafen. In der 1. Nacht bin ich da auch ins Bett. Dafür hab ich ab halb 4 Till genervt. Anschliessend bin ich immer erst um halb 2 / 2 ins Bett – dann gings einigermassen. Ich hatte die Nächte zum programmieren / stricken genutzt.

Am letzten Tag hab ich noch Wolle für eine diagonal gestrickte Weste (Baumwolle / Leinen) für mich gekauft. Abby durfte sich schon 2 Tage vorher Wolle für einen Pulli aussuchen. Den werde ich ihr wohl erst nächstes Jahr stricken. Ich glaub nicht, dass ich den heuer noch schaffe. Wirklich etwas angeschaut haben wir (wie immer) nicht – das war aber auch nicht geplant und war auch OK so.

Samstag Morgen ging es nach einer kurzen Verabschiedung für Paula, Abby und das Hunderl nach Bremen und für uns zur Autofähre (halbe Stunde Fahrt). Das Verladen und die Überfahrt (ca. 3 Stunden) verliefen problemlos (ok – Till hat sich seine Jeans mit Kafi eingesaut.. aber das ist ja kein Drama). Von dort fuhren wir noch ca. 1 Stunde gen Norden und nach einem kurzen Einkauf in einem Supermarkt an der Hauptstrasse machten wir uns auf die Suche nach dem Ferienhaus. Der nette Vermieter hatte uns noch mehrere SMS mit Beschreibungen vom Weg „in die Wald“ vorbei an „Posten“ und „Mülltonnen“ (?!?) geschickt. Zum Glück! Sonst hätten wir das nie gefunden. Mit Tills X5 war das Erreichen auch kein Problem – ich weiss nicht, ob mein Auto den Weg so gut geschafft hätte ….

Das Häuschen selber liegt sehr idyllisch mitten im Wald, mit Blick aufs Meer, ein paar Inselchen, Leuchtturm und ganz für sich alleine. Genau das richtige für uns. Die Woche haben wir mit kleinen Ausflügen in die Umgebung, ausgedehnten Spaziergängen, Besuchen der Nachbarorte und (leider auch) arbeiten verbracht. Inzwischen konnte auch Till das nicht mehr aufschieben und ich konnte an meiner Schnittmuster-Software und dem Digitalisieren meiner Schnittmuster arbeiten. Das Internetvolumen war schon am 3. Tag verbraucht, wir haben uns es für den Rest der Zeit dann gespart. Glücklicherweise war kein Support während der ganzen 2 Wochen nötig. Da hatten wir auch schon ganz andere Zeiten (spricht für’s inzwischen stabile System).

Die Rückfahrt lief wieder in 2 Etappen: am Samstag 1 Stunde in Norwegen, 3 Stunden Autofähre, 6 Stunden nach Bremen – am Sonntag von 7 bis 15 Uhr in die Schweiz. Bis auf etwas Stau um Karlsruhe und etliche Baustellen ging das völlig problemlos. Dann reichte es aber auch mit im Auto sitzen.

Mitgebracht habe ich ein Nähbuch, ein Männer-Strickbuch, ein Vögel-Strickbuch, zwei norwegische Strickhefte und 4 Knäuel Wolle für den 2. Ärmel von meinem Norwegerpulli von letztem Jahr – da hatte ich vor 1 Jahr zu wenig gekauft. Und viel Sehnsucht nach meinem Traumland. Soifz.

Sonntag Abend musste ich noch die vernachlässigte Katze besänftigen, in Erinnerungen schwelgen und ab Montag früh hatte uns der Alltag wieder …

Wehmütig

… denk ich an mein schönes Norwegen:

Wir sind seit heute Nachmittag wieder in der Schweiz.

Ausführlicherer Bericht kommt noch.