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Reizüberflutung

Gestern Abend wollte eine Freundin ihren Geburtstag mit mir nachfeiern. Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, wir sitzen einfach gemütlich zusammen, essen, trinken, lachen und haben es einfach gemütlich. Nach und nach wurden die SMSse aber kryptischer und mir schwante schon Übles, v.a. nach der Aufforderung mich ja sexy anzuziehen 88|. Wenn ich irgendwas muss, mag ich ja schon gleich 100 Mal nicht … 😛

Meine Vermutung, dass sie wieder mit ihrem komischen Macker zusammen ist, hat sich bestätigt. Zum Glück hatte sie es mir vorher nicht gesagt – sonst hätte ich es nämlich abgesagt. Als ich gehört hab, dass sie für mich 🙄 noch einen anderen Typen eingeladen haben, hat es mir schon gereicht und ich war froh, dass mein Shirt hochgeschlossen war .. :>. Das wir spielen „Strip Food“ – wer die Zutaten nicht errät, muss etwas ausziehen, hab ich mit „Ihr könnt das gerne spielen – ich fahr dann heim“ quittiert. Geht’s eigentlich noch?

Den ganzen Abend über hab ich kaum etwas gesagt. Um so lauter andere, v.a. neue Leute sind, um so leiser werde ich. Und die beiden Männer waren so gar nicht meine Wellenlänge. Beide sind Koch und dann gab es einen Gang nach dem anderen. Einer raffinierter als der andere. Tönt alles toll. Hat auch alles super geschmeckt. Aber wenn an jedem Teil ein extra Gewürz ist und alles so überzüchtet ist, ist mir das einfach zu viel. Da bekomme ich eine Reizüberflutung. Zum Schluss war ich froh, als ich das Dessert hinter mir hatte und heimfahren konnte.

Diese Haltung zog sich auch durch alle Bereiche. Es standen z.B. 2 riesige überzüchtete Rosen rum, die die Freundin zum Geburtstag bekommen hatte. Der Kumpel fand die dann auch gleich super und meinte: „der muss Dich schon brutal gern haben – sonst hättest Du Moosrösli bekommen“. Dass mir Moosrösli tausend mal besser gefallen, hab ich für mich behalten. Als wir irgendwie auf Weizengläser kamen: „So was Profanes kommt mir nicht ins Haus – zum Schluss muss ich dann noch Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat machen“. Dass mir das eigentlich lieber gewesen wäre, inklusive zwangloser Gespräche, hab ich auch für mich behalten.

Kurzum: Es war von ihr lieb gemeint, aber ich hab mich überhaupt nicht wohl gefühlt. Umso mehr freue ich mich jetzt auf meine Bergtour mit 2 Männern, mit denen die Wellenlänge aber sowas von gut ist und die ich beide schon fast 12 Jahre kenne B)