Archiv der Kategorie: BH

Guter Kompromiss, die 2.

Gestern habe ich unzählige Verarbeitungsvarianten ausprobiert, um die Quernaht möglichst flach und wenig zeichnend zu bekommen. Und auch ohne das Formverhalten des Stoffes zu verändern. Abends hatte ich zwar vieles versucht, aber nichts zufriedenstellendes gefunden. Ich bin relativ frustriert heim und hab die alten Schränkchen vom Gästezimmer zerlegt. Die entsorgen wir am Freitag.

Heute haben wir erst mal die 3 Probemodelle fertig genäht und dann ein paar neue Versuche gestartet. Jetzt haben wir etwas, das vielversprechend aussieht und auch gut zu fertigen geht. Das werden wir nächste Woche an Modellen für uns testen.

Die festgelegten Stoffe hab ich wieder aussortiert. Sie sind einfach zu empfindlich und pillen schon, wenn man etwas rauhere Hände hat (hab ich grad vom Streichen). Wir haben jetzt 3 andere ausgesucht. Unsere Standardfarben werden violett, hellblau (etwas kräftiger, aber doch hell) und mokka (milchiges braun).

Die Schnittlinien haben wir auch festgelegt. Das kommt gut und entspricht genau dem Design, das ich immer haben wollte. Innen werden alle weiss werden, um möglichst wenig Farbstoffe auf der Haut zu haben. Ich werde auch mal ganz feinen Rippstoff aus Baumwolle testen. Ich bin gespannt, wie der sich trägt.

Nächste Woche nähen wir Modelle mit der neuen Verarbeitung im neuen Design mit den Standardstoffen und testen das Trage- und Waschverhalten. Ich bin sehr gespannt, halte mich mit Jubelmeldungen aber noch zurück, bis es tatsächlich soweit ist 😉

Guter Kompromiss

Nach einigen Tagen Testtragen habe ich jetzt einen guten Kompromiss für meine BHs ohne Bügel gefunden, glaube ich.

Er stützt schön, drückt nicht, ist bequem, hat keine Falten und ist gut zu fertigen. In der vorderen Mitte liegt er nicht ganz, ganz, ganz genau an – das geht aber ohne Bügel halt auch nicht, ohne dann entweder ganz eng an den Körper zu drücken (ist unbequem, quetscht die Brust) oder das Körbchen grösser zu nähen (dann gibt es hässliche Falten an der Cupnaht). Aber es ist ein Kompromiss, mit dem ich sehr gut leben kann.

Das Modell für Caroline und meines haben wir für gut befunden. 3 weitere Testgrössen habe ich schon vorbereitet und nähe ich nächste Woche fertig. Und noch 2 Grössen werde ich überprüfen. Danach ändere ich am Schnitt nichts mehr. 100% Trefferquote werden wir nie erreichen, irgendeinen Tod stirbt man halt immer.

Die 3 ersten Grundfarben habe ich auch definiert. Nächste Woche werden wir Verarbeitungsvarianten für die Cups testen. Unterbrustband, Träger, Ausschnitt usw. sind soweit definiert. Bei den Cups versuchen wir noch, die Anzahl Nähte zu minimieren und die Verarbeitung zu vereinfachen.

Später gibt es noch eine kleine Testrunde mit Bügel-BH, Still-BH, Sport-BH und Bikini-Oberteil.

Sie ziert sich noch …

… meine Weltformel…

Aber: wir sind grosse Schritte weiter und es ist nur noch Feinarbeit nötig. Die nächste Runde ist dann hoffentlich die letzte.

Ich bin da jetzt doch recht zuversichtlich 🙂

Ziel ist immer noch Ende Januar und das ist auch immer noch schaffbar. Wir sind auf Kurs.

Von toten Gäulen

… soll man absteigen.

Im November habe ich beschlossen, keine Massarbeiten mehr zu erledigen. Der Zeitaufwand steht in keinem Verhältnis zum Preis. Auch mit den Probemodellen ist kein grüner Zweig in Sicht. Davon abgesehen, sind die Erwartungen teilweise extrem hoch und schon allein aufgrund der Schwerkraft nicht zu erfüllen.

Auch Änderungsarbeiten übernehme ich nicht mehr. Das lohnt sich weder für die Kundin noch für mich – meistens wird es auch nicht so wie gewünscht und dann sind alle Seiten unglücklich.

Aktuell entwickle ich Schnitte, die vielen gut passen – mit und ohne Bügel, für grosse Cups, mit oder ohne Prothese. Riesige Grössen (also extrem Übergewichtige) werden bei mir nicht fündig – dafür müssen die Modelle ganz anders gearbeitet werden. Wem die Form / das Modell / der Schnitt nicht gefällt, der muss woanders schauen.

Wir fangen mit ganz wenig Modellen an, die auch umgetauscht werden können. Und dann schauen wir mal. Und wenn das nicht klappt, hör ich ganz auf mit der Produktion und mach was anderes.

Ändern und testen

Heute habe ich ein Bustier für eine extrem zierliche Kundin geändert. Der geht morgen retour in den Orthopädieladen.

Ausserdem habe ich mein Schnittmuster etwas geändert, damit das Modell ohne Bügel besser passt. Die kleine Änderung plus veränderter Fadenlauf plus etwas geänderte Verarbeitung haben zu einem jetzt für mich perfekt sitzenden, bequemen Modell ohne Bügel geführt. Der Schnitt passt auch mit Bügel – nur anders herum war es nie optisch schön wegen dem „Hängematten“-Effekt.

Jetzt muss ich meine Grössenumrechnung entsprechend anpassen, noch ein paar Anproben machen und dann kann die Produktion der Probe-BHs endlich losgehen.

Der Aufwand hat sich jetzt noch gelohnt.

Nähen, programmieren, basteln und stricken

Gestern und heute haben wir an den BHs und Panties weiter genäht. Dort geht es hauptsächlich um die Verarbeitungstechniken in Kombination mit den Standardschnitten. Das Ganze natürlich so effizient wie möglich und mit möglichst flachen Nähten.

Dabei hatte ich an einer Quernaht am Cup gar keine Freude. Ich hab den Schnitt jetzt nochmals etwas überarbeitet, 3 Schnittteile zu 2 zusammengelegt und jetzt gefällt mir das doch sehr gut. Mit nur 2 vertikalen Nähten im Cup wirkt das viel harmonischer und streckt auch schön. Die Funktion kommt wie zuvor aus dem speziellen technischen Stoff.

Zum Testen gibt es jetzt erst mal einen BH für mich und Carole. Aber ich bin da recht zuversichtlich. Die Änderungen sind nicht gross, die Form sieht gut aus und stimmt beim Dranhalten an die alte Form überein. Drückt mir die Daumen, dass das klappt. Das würde die Näharbeiten sehr vereinfachen.

Am Schnittmusterprogramm habe ich auch weiter geschrieben. Es wird. Langsam, aber doch stetig. Mit 2 Nachmittagen pro Woche kommt man halt auch nicht so schnell voran. Ich muss mal abends etwas fleissiger sein.

Und heute Abend hab ich mal die Bauteile für meinen Cutter zusammengesucht und eine Stückliste in Excel angefangen. Ich will ja nicht alles einzeln bestellen müssen. Die ganzen Beschläge und Kleinteile kann ich über meinen Bruder beziehen. Die Bezugsquellen für die Linearschienen, Lager, Zahnriemen, Schrittmotoren, Endschalter, Platinen & Co. hab ich auch schon rausgesucht.

Gestern habe ich übrigens Vorder- und Rückenteil von meiner schönen bunten Kuscheljacke fertig gestrickt. Die hat ja ein Allover-Ornament-Muster. Für die Ärmel möchte ich gern ein kleineres Muster und unten am Saum dann einen Ornament-Streifen. Ein paar passende Muster habe ich gestern noch rausgesucht, muss mich also nur noch entscheiden. Die Wolle ist recht knapp und ich möchte gleiche Farbverläufe für beide Ärmel – also werde ich beide wieder gleichzeitig von oben nach unten im Rund stricken.

Aufwändiger als gedacht

… war das Erweitern der Editierfunktion für mein Schnittmusterprogramm.

Dafür kann man jetzt aber Punkte per Objektfang verknüpfen und beim Verschieben werden alle verbundenen Linien mitverschoben. Das heisst, wenn ich z.B. das Armloch nach unten verschiebe, verkürzt sich automatisch die Seitennaht. Die vorherige Schnittführung bleibt erhalten bis zur Bestätigung. Ebenso wird die alte und die neue Länge der Naht angezeigt und auch während des Ziehens mit der Maus sofort aktualisiert.

Das erleichtert die Änderungen enorm. Und das wird in Zukunft ja meine Hauptarbeit sein, wenn alle Grundschnitte stehen. Ein BH-Schnittmuster kann ich so in 10 Minuten an die Kundin anpassen. Das ist natürlich sensationell im Vergleich zu früher.

Jetzt hab ich eben noch 2 Schnittmuster für morgen zum Nähen gemacht. 75E und 75F sind morgen dran – dann ist die 75er-Reihe mal fertig. Ausserdem werden wir die Abschlussarbeiten an den Probemodellen von letzter Woche fertig machen und noch 2 Kundenmodelle nähen.

Geht voran 🙂

Erster Erfahrungsbericht Cutter

Heute haben wir also BH-Teile zeichnen und cutten lassen.

Beim 1. Versuch klebte der Stoff nicht stark genug, schon beim Zeichnen gab es unschöne versetzte Linien, weil sich der Stoff zum Teil in Falten legte. Beim Schneiden des 1. Teils hat es dann grad den Stoff verrissen und ich hab den Vorgang gestoppt.

Versuch 2 war dann erfolgreich. Für Versuch 3 habe ich den Stoff mit der anderen Seite nach unten geklebt, um die gegengleichen Teile zu erhalten. Den Stift sieht man bei dem feinen Stoff durch. Anschliessend habe ich noch den sehr feinen bielastischen Futterstoff geschnitten – auch das ging gut. Warum der Cutter allerdings die Datei mit den Nahtlinien für den Stift partout nicht öffnen wollte, muss ich noch raus finden. Online lädt die Software.

Schneiden funktioniert also, der Massstab ist auch sehr exakt. Ich muss nur meine Auflösung auf 96 dpi umrechnen. Allerdings wird die Matte schon recht in Mitleidenschaft gezogen. Das ist ja so ein dünnes Teil. Ausserdem sind die Originalmatten mit 40 Euro auch nicht grad günstig. Ich hab mir jetzt eine 2mm normale Schneidematte bestellt. Die werde ich auf das seltsame Sondermass zurecht schneiden und die Markierungszeichen drauf kleben / zeichnen, damit der Cutter sie auch erkennt. Papier in der Stärke zieht er ein. Ich denke, das Schneiden geht mit entsprechendem Gegendruck auch besser. Aber muss ich ausprobieren.

Anschliessend haben wir genäht, was zum Teil etwas mühsam war, je nachdem wie stark die Teile klebten. Ich muss also in Zukunft 1 Tag vor dem Nähen schneiden lassen. Aber die Nahtlinien passen perfekt. Ich hatte mir eine Exceltabelle mit den Nahtlängen für die verschiedenen Grössen angelegt, um das genau anpassen zu können.

Weil die Teile exakter als von Hand geschnitten werden, sind sie minimal kleiner. Daher fehlte am fertigen BH für Carina dann auch etwas Tiefe. Ich hatte eine Naht auch noch um 2mm verkürzt, weil es dort unschöne Minifältli gab. Wir haben dann in der Mitte unterhalb der Brust noch 8mm dazu gegeben und jetzt pass die Rundung perfekt und der BH sieht auch am Bügel von der Form her sehr schön aus.

Mit der Software kann ich das jetzt super einfach einfach ändern, speichern und beim nächsten Zuschnitt werden dann die richtigen Masse genommen.

Insofern: Funktioniert soweit schon gut, die Qualität ist deutlich besser, wir sind auch deutlich schneller – aber es hat noch Luft nach oben 😉

Die ersten BH-Schnitte

.. hab ich soeben in 3 Grössen fertig bekommen. Erstellt in meiner Software (hat noch Verbesserungspotential, aber immerhin tut es schon mal, was es soll und alles ist reproduzierbar für später).

Die Nahtlinie und die Schnittkante hab ich in 2 Vektordateien exportiert. Dann kann ich erst mit dem Stift zeichnen und anschliessend mit dem Messer cutten. Auf dem Preview sieht es schon mal gut aus 🙂

Dann bin ich mal gespannt, wie das morgen in echt ausschaut.

Das hat sich gelohnt

Die letzte BH-Schnitt-Runde hat sich sehr gelohnt. Jetzt sind die kleinen Mankos behoben und die Brust wird so geformt und gestützt, wie ich das gern hätte. Auch ohne Bügel.

Je grösser die Unterbrustweite wird, um so grösser und schwerer und meist auch weicher wird halt die Brust. Da muss der Schnitt sehr viel Verantwortung übernehmen 😉

Jetzt werde ich an meinem Schnittmusterprogramm weiterschreiben. Mit den jetzt neuen Variationen muss ich allerdings auch Schnittmodifikationen (Abnäher) mit einbauen. Da muss ich erst noch hirnen, wie ich das rein bekomme.