Anstrengend, aber spannend

.. war mein 1-tägiger Ausflug am Dienstag nach Frankfurt zur texprocess  und TechTextil.

Um halb 7 bin ich aus dem Haus, Till hat mich zum Zug gebracht. Daheim war ich kurz nach halb 11 abends.

Gezeigt wird dort eigentlich alles entlang der textilen Kette, wobei ein sehr grosser Schwerpunkt schon die Konfektion ist. Bei den Nähautomaten schwanke ich immer zwischen Faszination („WOW – eine perfekte Paspeltasche in 2 Minuten!“) und Entsetzen („Wo sollen all die ungelernten Arbeiter irgendwann noch arbeiten?“, „Wie soll man als kleines Atelier in Europa da noch mithalten können?“). Ähnlich geht es mir bei den ganzen Softwareprodukten, die momentan recht stark Richtung „Virtuelle Produktpräsentation“ gehen. Da wird virtuelle Bekleidung in virtuelle Showrooms projiziert, die es weder in Stoff noch Schnittform gibt und von der keiner weiss, ob sie in echt je so aussehen wird. Vieles davon habe ich aber schon auf vergangenen Messen oder im Internet gesehen – da hab ich bei vielen nur Prospekte mitgenommen.

Was ich wirklich faszinierend fand, waren die Strickmaschinen mit ihren 3D-Strickereien (wurde am Beispiel Schuhe gezeigt – es war aber auch ein Sport-BH ausgestellt). Das finde ich einfach technisch unglaublich spannend und das geht auch in die Richtung Masskonfektion. Leider sind die Maschinen im deutlich 6-stelligen Bereich und damit weit, sehr sehr weit jenseits meines Budgets.

Spannend war auch noch ein Aufsatz für Stickmaschinen, bei dem direkt vor dem Sticken das weisse Garn softwaregesteuert gefärbt, gewaschen, getrocknet und geschmiert wurde. Damit sind wahnsinnig tolle Effekte möglich und man braucht auch nur noch weisses Garn statt Unmengen an verschiedenen Farben. Der ganze Produktionsprozess und das Digitalisieren ist damit natürlich auch viel einfacher. Von sowas habe ich ja schon immer in Kombination mit Strickmaschinen geträumt 😉

Am Stand von der TU Dresden war ich auch noch kurz und hab rasch Hallo gesagt. Das war auch ganz nett. Und an einem Stand, wo ich früher gearbeitet hab, war ich auch noch kurz. Es war aber kein bekanntes Gesicht dabei – aber ich hab liebe Grüsse bestellt. Mal schaun, ob die ankommen.

Ansonsten find ich die Musterauswahl an den Stickmaschinen immer wieder amüsant – daran erkennt man sofort, aus welchem Land die kommen. Glitzerig-bunt ist immer indisch, patriotische Teddies (mit deutscher Flagge) ist chinesisch, Geishas ist japanisch, nüchtern ist deutsch.

Abends im Zug hab ich erst gemerkt, dass ich vom vielen Laufen Muskelkater hatte und meine Schulter weh tut – ich hab doch einiges eingesammelt unterwegs.

Veröffentlicht am 16. Mai 2019, in Messen und Ausstellungen, Textil. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Ein harter Tag. Du hast bestimmt ein paar Ideen für dich mitgenommen.

  2. Der Muskelkater vergeht, die Inspiration bleibt.

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