Traurig

.. finde ich, dass mein Vater es mit seiner Sauferei so weit treibt, dass man ihn nirgends mehr hin nehmen mag, weil er a) kaum noch Zähne im Mund hat und b) sich überall so aufführt, dass man am liebsten vor Scham im Boden versinken möchte.

Deshalb wird meine Mama zur Verteidigung meiner Diss auch nicht nach Dresden kommen. Um mir die Blamage zu ersparen. Allein lassen kann man ihn ja auch nimmer.

Dabei ist ihr der Titel deutlich wichtiger als mir.

Ich finde das tieftraurig und fühle mich von ihm (mal wieder) betrogen – wie so oft.

Veröffentlicht am 21. März 2016, in Alltag, Familie, Frust. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 26 Kommentare.

  1. Mist. Ich hab auch so einen Fall in der Verwandschaft…kannst nix machen.

  2. Für deine Mama tut mir das auch sehr leid… Gibt es denn wirklich niemanden, der deinen Vater in der Zeit betreuen kann, sodass sie alleine los könnte? Oder besteht er darauf, mitzukommen?

  3. Puh, ich weiß gar nicht, was ich jetzt Tröstendes schreiben soll. Ich wünsche dir von Herzen, dass du einen Modus findest, mit deiner (verständlichen) Enttäuschung umzugehen. Mensch, sei stolz auf dich und das, was du erreicht hast. Bitte.

    • Ach .. ich weiss gar nicht, warum ich über solche Sachen immer noch enttäuscht sein kann. Er hat ja schon immer gesoffen. Es war noch nie anders.

      Danke 🙂

  4. Du kannst stolz auf dich und deine Leistung sein. Mit alkoholkranken Menschen ist es schwierig, mein Onkel war auch Alkoholiker und meine Tante und mein Cousin mussten auch sehr oft mit Enttäuschungen fertig werden.

  5. Ich drück Dir die Daumen. Und nur Du bist wichtig!

    • Danke 🙂
      Mir fällt das ziemlich schwer.. Ich nehm mich selber nicht so wichtig.

      Aber ich frag mal meinen Bruder wegen Skype ..

      • Es ist ok, so zu sein wie man ist. Versuch Du zu sein. Du kannst das Leben Deiner Mutter nicht ändern. Aber Du kannst Deines leben.

        • Ich weiss – ich habe diesbezüglich meine Schuldgefühle auch schon längere Zeit abgelegt. Es tut mir halt einfach so leid für sie.

          Es ist unglaublich schwierig aus den Abhängigkeitsstrukturen in Suchtfamilien auszusteigen. Das prägt einen einfach.

  6. Ach Mädel, …
    Alkoholismus ist so eine Sache für sich. Da ist man leicht mit dem Verständnis am Ende, meist schämen sich die, die zuviel trinken, ja hinterher auch. Bis zum nächsten „Zuviel“.

    Er wird seine Situation sicher nicht mehr ändern können und sich damit arrangiert haben. Und vermutlich auch mächtig stolz auf dich sein, auch wenn er das nicht so recht zeigen kann oder wird.

    Du wirst es nicht ändern können, bleibt dir also nur, den besten Umgang für dich damit zu finden.

    Die Möglichkeit mittels Skype deine Mutter teilhaben zu lassen finde ich klasse. Wenn das deine Professorin erlaubt, wäre das ja wirklich genial. Ich wünsche dir dafür und natürlich für deine Verteidigung viel Erfolg – du bekommst das sicher gut hin.

    Und wenn wir dann einen Nick „Dr. idgie“ hier vorfinden, wissen wir Bescheid 😛

    • Mein Verständnis für Alkoholismus ist gleich NULL. Er hat uns Kindern unsere Kindheit und Jugend geraubt – und unserer Mama auch jegliche Normalität und verdammt viel Lebensfreude.

      Ich hab die Schnauze gestrichen voll, immer wieder auf seine Befindlichkeiten Rücksicht nehmen und Verständnis haben zu sollen.

      Seit ich denken kann, säuft er – und schon ein paar Jahre mehr. Ich mag es gar nicht schreiben, was wir alle seinetwegen durchgemacht haben.

      Mein Bruder hat auf meinen Skype-Vorschlag noch nicht reagiert. Sylvia kennt die Hintergründe – ich denke, die bekomm ich überredet 😉

      Termin ist der 21.4. Aber bis alles offiziell ist, dauert es sicher noch. Meinen Nick werde ich sicher nicht ändern 😛

      • „Ich hab die Schnauze gestrichen voll, immer wieder auf seine Befindlichkeiten Rücksicht nehmen und Verständnis haben zu sollen.“ – ich sagte ja, den für dich besten Umgang. Und wenn das eben Null-Toleranz ist, dann ist das so.

        Ich bin nur der Meinung, sich drüber aufregen kostet dich nur unnötig Kraft und Nerven, denn ändern wirst du nichts mehr können. Ist zwar schade, ist aber so. Und ja, schade ist dann leider auch, dass immer andere mit drunter leiden.

        Wie? Es wird dann keinen Dr. Idgie hier geben? 😉

  7. 😦 Meine Mutter ist auch langjaehrige Alkoholikerin. Ich will sie schon gar nicht mehr sehn, undwenn es nicht ganz wichtig ist auch nicht mehr sprechen. Es ended doch immer wieder in tagelangen Depris meinerseits…

    • Ja – das kann ich bestens verstehen und nachvollziehen.

      Wenn die nur ein einziges Mal sehen würden und fühlen könnten, was sie ihren Kindern damit antun…

      Fühl Dich lieb gedrückt!

      • Passt schon. Ich weiss nicht warum es mich ueberhaupt noch tangiert. Sie trinkt seit ich 8 bin, und jetzt bin ich 41… Ich glaube wie wir fuehlen interessiert sie nicht, und wenn doch, dann trinken sie sich darauf gleich noch einen, bis es sie nicht mehr interessiert…

  8. Ich kenn das auch, sowohl in der Familie, als auch im Freundeskreis. Und es hat sich trotz der schwierigen Lage, positiv entwickelt, konnte man aber unmöglich voraussehen. Die Hoffnung darf man nie aufgeben. Das Beispiel des Unternehmers, der 20 Jahre keinen Erfolg hat muss auch im 21. Jahr dran glauben, ohne Hoffnung ist einfach gar nichts mehr da. ♥

    • Bei ihm habe ich diesbezüglich tatsächlich keinerlei Hoffnung mehr. Weil er selber auch nichts ändern will und ohne das geht es nicht.

      Er hat meine Hoffnungen auch einfach viel zu oft mit Füssen getreten. Das ist inzwischen reiner Selbstschutz.

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