Enttäuscht

Gestern Abend hat mein Bruder angerufen und wollte wissen, wie viel das Dirndl für seine Kleine gekostet hat. Das hatte Mama vor ca. 1 Jahr für sie gekauft – ich war dabei. So ein wunderwunderwunderschönes Dirndl für knapp 100 Euro und extra etwas grösser, damit sie lange was davon hat.

Und er … er verkauft es bei Ebay .. für 25 Euro.

Ich hab dann seinen Account gesucht und gefunden. Ich wollte die Grösse wissen und wusste es nicht mehr. Es ist genau in der Grösse, die sie jetzt hat. Wobei ich ja finde, dass das ein Erinnerungsstück ist, das man nicht verkauft.

Die Regenhose und -jacke, die ich Ihnen Mitte August geschenkt habe (und die sie soooooooooooooooo toll fand) war 3 Tage später auch schon im Ebay drin. Ebenso wie die extra besorgten Bio-Baumwoll-Bodies. Alles in der richtigen Grösse übrigens. Und obwohl ich sagte, ich hab die Kassenzettel noch – sie kann es auch umtauschen.

Tja. Dafür mach ich mir Gedanken, opfere meine Zeit, suche liebevoll Sachen für mein Patenkind aus, damit die 3 Tage später verscherbelt werden. Vielen Dank.

Veröffentlicht am 7. Oktober 2014 in Alltag und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 23 Kommentare.

    • Das weiss ich noch nicht. Was würdest Du machen?

      • Ich bin ja nachtragend und ich würde nichts mehr machen. Aber erstmal würde ich mit der Kleinen allein sprechen, was sie dich den wünscht.

        Deinen Bruder würde ich fragen, was an den Klamotten so schlimm war, dass er sie so schnell abstoßen musste. Vielleicht gibt er dir ja einen trifftigen Grund, der nicht aus den Finger gesaugt wurde.

        Naja. schön ist das wirklich nicht, Ich wäre trotz allem echt verschnupft und würde diese Aktivitäten mit sofortiger Wirkung einstellen.

        • Die Kleine ist ja erst 3 – da ist es mit Wünschen abfragen noch etwas schwierig. Erschwerend ist sie ja stark sehbehindert und von daher ein besonderes Kind.

          Mit meinem Bruder red ich, wenn die Gelegenheit passt und er allein ist – und ich auch einen Nerv dazu hab. Jetzt erst mal ist mir die Diss wichtiger.

          Der Adventskalender für die 3 ist schon mal gestrichen. Den können sie auch mal selber füllen. Genäht hab ich die Stiefelchen schon vor Jahren.

          Vor Weihnachten (wenn überhaupt) seh ich sie nicht und vorher gibt es so oder so keine Geschenke – also keine aktuelle Baustelle.

          Aber so ein Konto für die Kleine, das sie bekommt, wenn sie alt genug ist, erscheint mir derzeit als attraktivste Alternative. Besser als dass die Eltern die Geschenke direkt weiterverkaufen – davon hat sie ja gar nix.

          Tja. Schwaben. Was will man da erwarten?

  1. Da würde ich mich auch total ärgern. Tja, da würde ich mir keine grosse Mühe mehr geben. Vielleicht nur noch Geld schenken? Da können sie selber schauen, was sie wollen – die Kleine sollte ja nicht darunter leiden.

    • Die Kleine hat von ungetragenen Sachen ja auch nix …

      Ich überleg, ob ich ihr Geld anlege, das sie mit 18 bekommt ..

      • Ja, das finde ich eine richtig gute Idee! Da hat sie wirklich für sich selbst etwas davon und du kommst an den Eltern vorbei… Wenn sie mal etwas älter ist, kannst du ja sie auch direkt nach ihren Wünschen fragen. Vielleicht könnt ihr dann irgendwann auch mal zu zweit zum Einkaufsbummel gehen (heisst ja heute eigentlich zum Shoppen 😉 )

  2. Das ist ja wirklich schäbig. Ich glaub es fast nicht… kann man so berechnend „Freundlichkeit“ heucheln? Zumindest bei deinem Bruder wird es doch anders sein?

    • Keine Ahnung…

      Ich find ja, meine Eltern sollen lieber sich was gönnen. Wir Kinder verdienen ja alle genug.

      Auf jeden Fall strick und näh ich dieses Weihnachten lieber für Mami 🙂

  3. Das mit der Geldanlage finde ich eine gute Idee. Ich würde aber bei Gelegenheit das Gespräch mit deinem Bruder suchen … zumindest soll er wissen, dass er du weißt was er mit den Sachen macht. Enttäuscht wäre ich auf jeden Fall auch.

    • Nur damit das richtig rüber kommt:
      ich hab kein Problem damit, wenn sie die Sachen verkaufen, wenn sie zu klein sind. Aber praktisch neue, ungetragene oder noch passende Kleidung zu verkaufen, ist für mich ein Unding bzw. ein Zeichen, dass sie wohl zu viel davon haben.

      Und so besondere Stücke wie das Dirndl find ich halt auch ein Unding. Ich hatte als Kind auch eins – das hatte ich Jahre bei besonderen Gelegenheiten an.

      Von meinen selbstgestrickten und genähten Kleidungsstücken hab ich nie auch nur ein Foto an der Kleinen gesehen. Ich will gar nicht wissen, was mit denen passiert ist.

      Ausserdem würde ich halt erst in der Familie fragen, ob wer was brauchen kann und dann eher verschenken als mir Stress wg. ein paar Euro bei Ebay zu machen. Die teure Brotschneidemaschine, die Mama ihm vor Jahren gekauft hatte, hat er auch für 20 Euro verscherbelt. Ich würde meine nie hergeben (die ist auch von Mami). Aber ja – ich koch halt auch und nutze sie. Seine Frau kann nur Fertiggerichte vom Gefrierschrank in den Backofen (oder in die Mikrowelle? Keine Ahnung – bei mir gibt’s beides nicht) schieben.

  4. Ich will gar nicht wissen, was mit denen passiert ist.

    Naaa, eigentlich würde es dich brennend interessieren 😉

    Es ist sicher irgendwie enttäuschend. Allerdings: du hast die Sachen gegeben/geschenkt, damit ist es dann deren Ding, was sie damit machen.

    Nachfragen würde ich dann allerdings auch. Allerdings möglichst neutral. ohne Vorwurf. Vielleicht hat ihn/sie ja wirklich etwas gestört. Oder er wollte Kohle machen. Oder sie haben wirklich zuviel davon. Dann wäre die Frage, was er/sie denn als passende(re)s Geschenk sähen.

    Ein Sparbuch oder ähnliches ist nicht schlecht. Würde ich aber auch niemandem in der Familie von erzählen – es reicht, wenn es die Kleine mit 18 erfährt.

    • Nein – es interessiert mich nicht brennend. Es gibt für mich tatsächlich wichtigere Dinge: die Gesundheit von Mami und von mir und natürlich auch von Schatzi und allen anderen um mich rum.

      Und ja: natürlich hab ich es geschenkt und dann können sie damit machen, was sie wollen. Ich darf aber auch entscheiden, ob mir das Verhalten passt und ich unter den Bedingungen weiter was schenken möchte. Ich schenke ja z.B. eine Regenhose, damit die Kleine auch im Herbst draussen rumlaufen kann, ohne sich zu erkälten. Wenn die dann direkt verkauft wird, kann ich mir das auch schenken.

      Das einzige, was mir etwas Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass ich nicht überzeugt davon bin, noch zu leben, wenn die Kleine 18 wird. Aber dafür gibt es ja Testamente …

  5. Du solltest dich nicht (zu sehr) darüber ärgern.
    Dein Bruder hat offenbar einen anderen Geschmack.
    Spar es dir in Zukunft, langwierig Kleider auszusuchen, sondern gib deiner Nichte Geld, wenn du es für angemessen hältst.

    • Am Geschmack liegt’s nicht – ich weiss ja, was meiner Schwägerin gefällt. Nur das wird nämlich angezogen – mein Bruder hat da nix zu entscheiden.

      Einer 3-jährigen möchte ich kein Geld geben.

  6. ach du je. So hätte ich ihn nicht eingeschätzt, ehrlich nicht. Schade drum, um die Gedanken beim Aussuchen machen und ja, auch schade ums Geld. Und grade solche GEschenke von der Oma kann man doch aufheben, dem Kind erstmal anziehen. Kann man dohc immer noch weggeben. Versteh ich nicht.
    Ich hatte für meinen Neffen auch ein Sparbuch zu seiner Taufe angelegt und dort dann jedes Jahr 50 Mark (jetzt eben 25 Euro) eingezahlt, das bekommt er dann nächstes Jahr zur Konfi. Da kann er sich dann überlegen, ob er es weiter für den Führerschein spart, auf den Kopf haut oder was auch immer. zu Geburtstagen gabs als er kleiner war, vorher bei ihm oder seinen Eltern erfragten Wünsche (ggfs mit den Großeltern zusammen erfüllt) oder dann eben als er größer war, ein bissl Geld für Eis oder Kino.
    Klar, geschenkt ist geschenkt aber ärgern tut man sich trotzdem, kann ich gut verstehen. (Mann und ich haben ihr mal eine Spülmaschine besorgt und eingebaut, die hat sie auch ein Jahr später weiterverkauft. Hat mich auch traurig gemacht, v.a. da eine Bekannte dringend eine suchte.)

    • Ja – genau. Das ärgert mich halt noch zusätzlich, wenn teure Geschenke billig verscherbelt werden – obwohl jemand aus der Familie / Freunde das sehr gut brauchen könnten. Das kommt noch obendrauf.

      Aber mei – der schwäbische Einfluss von der gesamten Grossfamilie lässt sich halt nicht leugnen.

      Dann halt net…

  7. Braucht er vielleicht dringend Geld?

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