Was für ein Ferientyp bist Du?

Letzte Woche war ich ja ein paar Tage mit Berry im Tessin. Sehr abgelegen. Sozusagen am Arsch der Welt mit Blick auf 3 Gipfel (manche mögen das ja, für mich war das wie eine Wand, hab mich eingesperrt gefühlt) und 5 Esel. Gehaust haben wir in einer recht spartanischen Hütte ohne fliessendes Warmwasser (Einheizen mit Holz ging), ohne Backofen und mit Mini-Kühlschrank. Der Weg zum nächsten Ort war 19 Kilometer weg und war nur über sehr enge Wege (teils nur geschottert und knapp einspurig) und waghalsige Ausweichaktionen erreichbar. Dafür brauchte man 1 Stunde Fahrtzeit mit höchster Aufmerksamkeit, so dass ich den Weg nicht öfter als nötig (ingesamt 4x = 2x hoch, 2x runter) fahren wollte. Entgegen der Beschreibung im Internet ist die Seilbahn seit 2012 nicht mehr in Betrieb. Die Stromversorgung war auch nicht wirklich toll, weil wir nur Mini-Solarpaneels und einen Mini-Akku hatten. Wasserkocher, Kaffeemaschine, Fön, Bügeleisen – alles nicht möglich. Einmal fiel der Strom abends sogar aus. Die Idee war eigentlich, zusammen zu nähen – ich bin aber so unter Druck bei meiner Diss, dass ich das Arbeiten am Laptop dem Nähen vorgezogen habe. Zum Nähen wäre es mir bei den Funzeln eh zu dunkel gewesen. Wäre es nicht seit Monaten gebucht gewesen, wäre ich zu dem Zeitpunkt sicher nicht gefahren.

Quintessenz für mich ist:

  • Ich wohne wirklich sehr schön und komfortabel im Eigenheim. Für frische Luft, draussen sitzen, Ruhe, Sternenhimmel, etc. brauche ich nirgendwo hinfahren. Das habe ich daheim auch.
  • Ich buche nicht mehr so früh, weil ich nicht entspannen kann, wenn ich offene Baustellen habe und das aber Monate im voraus nicht absehen kann.
  • Wenn ich im Urlaub nähen will, dann werde ich das in Zukunft daheim machen, weil ich da ein perfektes Atelier mit hellem Licht und riesigem Zuschneidetisch sowie verschiedenen Maschinen habe.
  • Wenn ich in eine Hütte gehe, dann muss die eine gute Verkehrsanbindung haben – als Ausgangspunkt für Ausflüge. Wenn ich schon extra weg fahre, möchte ich auch was sehen. Es darf aber auch gern ein gutes Hotel sein. Ich koche zwar gern, überleb aber durchaus auch mal eine Woche ohne.
  • Und einen gewissen Komfort sollte die Hütte auch bieten. Warum sollte ich sonst überhaupt von daheim weg fahren und dafür auch noch zahlen? Ich habe hier eine supertolle Küche mit 2 Backöfen, Nespresso-Maschine (sehr wichtig!), Kitchenaid, sehr guten Töpfen, Geschirr, Pfannen, etc., 2 Bäder mit Wanne und Dusche und Fenster, überdachten Balkon, Terrasse, Aussensitzplatz, Kräuter- und Gemüsegarten, Beeren an den Sträuchern, wenig und nette Nachbarn..
  • Ich bin nicht gern von der Aussenwelt abgeschnitten. Wenn ich frei habe, telefoniere ich gern, häng auch gern mal im Internet rum, mag auch mal Zeitung lesen oder Nachrichten gucken.
  • Zur Hauptsaison gehe ich nimmer – da ist es mir zum Fahren zu heiss und zu voll. Ausserdem zu teuer. Und: es ist die schönste Zeit zum Arbeiten, weil es sehr ruhig ist – alle anderen sind ja weg 😉
  • Kurze Städtetouren und Land-Erkundungen mit dem Auto von Ort zu Ort liegen mir mehr als in einer Hütte zu hocken. Ich hab hier genug Natur um mich und für eine Wandertour kann ich morgens los fahren und bin abends wieder daheim.
  • Am liebsten habe ich aber (wer hätte das gedacht?) Balkonien 😉 – da freut sich auch mein Kätzchen.

Inzwischen habe ich an einer der 3 Arbeitsstellen noch frei (so halb zumindest), an der 2. arbeite ich etwa halb, an der 3. (meine eigene Firma) hab ich noch ein paar Aufträge abzuarbeiten diese Woche. Ansonsten werkel ich an der Diss – Sonntag Abend geht’s dann schon wieder nach Dresden.

Wie sieht denn euer Traumurlaub aus und was geht für euch in den Ferien gar nicht?

Veröffentlicht am 22. Juli 2014, in Alltag. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 7 Kommentare.

  1. Ein nicht so optimaler Urlaub liefert ja immerhin einen Erkenntnisgewinn, wie man es besser handhaben kann.
    Mehr Spaß bei deinem Urlaub im September!

    „Wie sieht denn euer Traumurlaub aus“
    Im Liegestuhl faulenzen, Cocktails schlürfen, zwischendurch ein bisschen schwimmen, ..

    „was geht für euch in den Ferien gar nicht?“
    Stress, Hektik, übertriebene Action, Zeitdruck

    Allerdings halte ich das alles auch nur begrenzte Zeit aus.

    • Im September sind wir ja wieder in einer Hütte – allerdings 160 qm gross, fliessend Warmwasser, genügend Strom, grosser Küche, guter Infrastruktur und Verkehrsanbindung. Von daher sollte das schon passen. Hoffentlich ist bis dahin die Diss auch durch ..

      Nachdem ich kein Sonnenmensch bin und nicht schwimmen kann, würde ich mich dann nur für Cocktails-schlürfen entscheiden 😉

      Der OBER-Urlauber bin ich aber auch nicht – nach spätestens 2 Wochen bekomme ich Heimweh…

  2. Da merkt man erst wie kostbar heißes Wasser ist.

    • Ehrlich gesagt, habe ich Strom (Licht!) und Kaffeemaschine mehr vermisst .. und meine Katze. Und Schatzi natürlich.
      Ich bin halt ein Gewohnheitstier … 😉

  3. Wow – du wohnst ja scheinbar richtig gut. Ruhe, Garten, Sternenblick – das hat schon was. Vermisse ich hier auch manchmal.

    Mein Traumurlaub? Ganz einfach:
    – Ruhe
    – ausschlafen, solange man will
    – nicht total verplanen, sondern auch mal spontan irgendwie losfahren, um etwas zu besichtigen (also jetzt innerhalb des Urlaubs)
    – sonnig ja, nicht über 24 Grad
    – Pool o. ä, Liegestuhl, Cocktails (oh ja, da gibt es noch einige, die ich probieren würde)
    – faulenzen (nicht nur, aber hauptsächlich).

    • Ja – ich wohne tatsächlich sehr schön. Halt auch recht ländlich – aber ich mag das sehr gerne. Ich bin ein Landei und es reicht mir völlig, dass ich 2-3 Mal pro Woche nach Züri muss …

      Beim Autofahren muss man hier halt aufpassen, dass man keine Hasen, Füchse, Rehe, Hühner oder Katzen erwischt … 😉

      Cocktails tönt gut. Ich glaub, wir haben noch alles für Caipi da 😀

  4. Es tut mir wirklich sehr leid, dass dir unser Urlaub so wenig zugesagt hat. Für mich war es herrlich, so viel in freier Natur zu sitzen und mit jemanden, den ich gerne mag, einige Tage zusammen verbringen zu dürfen. Aber klar, wenn du das alles so und noch viel besser zuhause hast, war das für dich keine Besonderheit. Den Bergblick empfand ich im Gegensatz zu dir keineswegs als Wand, sondern dadurch, dass wir so hoch lagen, sah man doch alle Gipfel und den Himmel darüber. Da kommt bei mir eher ein Freiheitsgefühl auf.
    Trotz aller Widrigkeiten fand ich es also trotzdem schön und danke dir, dass du mitgekommen bist. Ich konnte nicht ahnen, dass es so ein Reinfall für dich werden würde…
    Mein Traumurlaub:
    -gute Luft und Möglichkeit, sich in der Natur aufzuhalten
    – ab und zu mal wandern oder Stadtausflug
    – gemütlich in aller Ruhe essen
    – meinen Hobbys ein wenig frönen, falls Gelegenheit: Lesen, Stricken, Schnittentwicklung…
    – schöne, anregende Gespräche mit netten und interessanten Menschen und auch wieder die Möglichkeit, mich ein wenig zurückzuziehen

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